Gute Vorsätze sind gefährlich!
(Hier gibts 3 Gegenmittel)
von Martina Roters
Wie heißt es so schön? Mit guten Vorsätzen ist der Weg zur Hölle gepflastert
(meinte jedenfalls George Bernhard Shaw).
Zuerst die Vorsätze - und die Hölle kommt später, dann nämlich, wenn wir uns wie der begossene Pudel
fragen, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir angekommen sind. Wir stellen fest, dass die Zeit
verflossen ist und wir nicht erreicht haben, was wir uns ursprünglich fest vorgenommen
hatten.
Ja wie kommt es denn, dass die meisten von uns spätestens im Februar Meister im
Verdrängen der guten Vorsätze von Neujahr geworden sind?
Und dann sind wir ent-täuscht. Ja, richtig gelesen: ent-täuscht. Wir
waren einer Täuschung erlegen. Wir haben nämlich nicht den Weg eingeschlagen, der zum Ziel führt.
Uäääh! Da ist das böse Wort: Ziele. Ziele für 2012.
Es hilft nichts, selbst wenn es einem an den Ohren rauskommt: Wenn man die Technik des Ziele-Setzens nicht
richtig beherrscht, dann bleibt ab Februar nur noch die Meisterschaft im Gute-Ausreden-Erfinden. Darin sind wir
komischerweise alle ziemlich gut.
Woran liegt das?
Der böse Schurke in der Geschichte heißt „unmittelbare Bedürfnisbefriedigung“. Das ist der
Todfeind jeder Zielerreichung. Ohne den gäbe es wohl keine Raucher, keine Übergewichtigen ja, noch
nicht einmal Workaholics.
Alle haben sie gemeinsam, dass sie gute Gefühle sofort haben möchten, und am liebsten „noch mehr,
noch mehr!“
Um Ziele wirklich zu erreichen, sind drei Dinge zu beachten:
Wir müssen das Ziel wirklich w-o-l-l-e-n .
Und zwar so sehr, dass wir dafür bereit sind, auf die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung zu
verzichten.
Ein einfacher Vor-Satz genügt eben nicht, zumal, wenn es etwas ist, was uns (indirekt?)von anderen
vorgesetzt wird. Fragen wir uns:
- Wird das Erreichen meines Ziels mich als Person glücklicher machen?
- Macht es einen entscheidenden Unterschied im Leben anderer?
Wir motivieren uns durch Teilaufgaben.. Wir
planen eben nicht von Anfang an die ganze Strecke „von hier bis Timbuktu“, sondern kleine, leicht
erreichbar scheinende Etappenziele setzen (wenn sie sich nachher doch als schwieriger erweisen,
dann werden wir uns später noch durchbeißen).
Wir überprüfen laufend, ob wir noch auf Kurs
sind.
Dabei hilft uns ein Trick. Wir suchen uns jemand Dritten, dem wir Rechenschaft ablegen können.
Damit habe ich experimentiert. In einem Jahr habe ich jeden Tag eine E-Mail an jemanden geschickt. Das
war die Bedingung. Egal, ob es regnet oder schneit, ob Urlaub mit oder ohne Internetcafé oder was immer. Und
es war von vornherein eingeplant, dass man dabei auch versagt. Dann sollte man eben zugeben, dass man nur ein
Mensch ist und schreiben, dass man einen Durchhänger hatte.
Nicht eingeplant war, dass so etwas 5 Tage hintereinander passiert. Dann sollte man sich eingestehen,
dass man das Experiment aufgegeben hat.
Im Jahr darauf hab ich dann gedacht: Das brauche ich jetzt nicht mehr. Nach 360 Tagen ist es mir wohl in Fleisch
und Blut übergegangen.
PUSTEKUCHEN! (weiß eigentlich jemand, was das ist?) Ein schlechteres Jahr hatte ich selten.
Motivation wird keine Gewohnheit. Drum mein Lieblingszitat von Zig Ziglar:
Wenn die Leute ihm sagten: "Zig, Motivation hält nicht vor!" erwiderte er nur: "Baden hält auch nicht vor. Drum
empfehlen wir es täglich."
Ein weiser Rat zum Schluss: Damit wir uns nicht selbst sabotieren, kommt es vor allem auf
die richtige Mischung an. Wenn wir das Gefühl haben, dass uns die Arbeit / das Lernen unser
Leben stiehlt, dann werden wir keinen Erfolg haben, weil unser innerer Schweinehund uns dann nach Kräften
sabotieren wird.
Außerdem ist das nicht der Sinn des Lebens.
Quidquid agis prudenter agas et respice finem.
(deutsch: Was auch immer du tust, handele klug und bedenke das Ende).
Das Ende? Der Tod. Für uns alle. Schockiert? Hoffentlich!
Handeln wir also klug. Leben wir ein ausgewogenes Leben.
Warum nicht neben all den anderen wichtigen Zielen für 2012 beschließen, uns ein Stück Lebensqualität
„zurückzuerobern“ ?
Indem wir eine Sache aussuchen, die allmählich verlorengegangen ist, weil sich Arbeit oder
Lernen zu breit gemacht haben: Ich denke da an:
- Hobby
- Freundschaftsbeziehung?
- Ausgehen mit dem Partner?
- Sport?
- Bücher lesen?
- Liebe?
Nicht nur an Neujahr – jeder einzelne Tag im Jahr kann für uns Neuanfang sein. Warten, bis
wieder Januar ist – das ist eine gefährliche Ausrede unseres inneren Schweinehunds.
Wie waren nochmal die drei Dinge, die hier wichtig sind?
Umsetzen – jetzt gleich!
© Martina Roters ist Direktmarketing-Texterin, Mitglied im profitexter.net(t) Sie ist
Autorin des E-Books "So schaffst du alles - Weiterbildung neben Job und Familie" und betreibt die
gleichnamige Webseite. Besuchen Sie www.soschaffstdualles.de, um Tipps und Ratschläge zu
bekommen, wie man sich die zahlreichen Stolpersteine auf dem Weg
zum eigenen Weiterbildungsziel aus dem Weg räumt und gleichzeitig
sein Familienglück bewahrt. Über Twitter gibt sie Lern- und Motivationstipps.
http://www.twitter.com/Lernhelferin 
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