WEITERBILDUNG neben JOB und FAMILIE

 

Es kommt dick von allen Seiten?
Agieren wie ein Fluglotse!

von Martina RotersFlugzeug im Landeanflug

Kennen Sie das auch?

Es ist schon viel Stress an der täglichen Berufsfront, da droht noch ein Familienfest, für das Vorkehrungen und Absprachen zu treffen sind. Das Auto hat  - ganz von sich aus – beschlossen, dass es den Werkstattmann sehen will,  abends ist noch die Vereinssitzung und Junior braucht für sein Praktikum eine Bescheinigung, die leider nicht vorliegt, sondern erst angefordert werden muss. Und dann wird auch noch das Haustier krank und man kommt wieder nicht dazu, an seinem Vortrag zu arbeiten und auch dieser Termin rückt näher und näher!

Gegen ein Zuviel auf dem Plan gibt es theoretisch ein Hilfsmittel: Das berühmte Prioritäten setzen.

Versuchen wirs mal:

Der tägliche Stress an der Berufsfront ist gegeben, da machen wir nicht viel – oder?
Ist schon naturgegebene Priorität.
Das Familienfest – okay, da gibt es immerhin noch ein paar andere Akteure, doch es wäre unfair, alles auf andere abzuwälzen, oder?
Das Auto ist natürlich Prio 1, immerhin droht es mit Totalstreik und ohne Auto wird das Leben echt kompliziert!
Die Vereinssitzung, da könnte man aus einem triftigen Grund mal absagen – wenn, ja,  wenn jetzt nicht dieses so wichtige Thema auf der Tagesordnung wäre…
Juniors Bescheinigung:  Hilft nichts, die muss natürlich her.
Krankes Haustier:  Auch keine Diskussion, Prio je nach Zustand.
Himmel der Vortrag! Wenn das so weitergeht, wird die Zusage nicht eingehalten werden können und das geht schon dreimal nicht!

Was also tun?

Vor allem keine Panik entwickeln.
Vor kurzem habe ich ein Interview mit einem Fluglotsen gelesen und das hat mir für ein paar wichtige Dinge im Selbstmanagement die Augen geöffnet:

Ein Fluglotse kann sich keine Panik leisten – sonst stehen Menschenleben auf dem Spiel.
Er konzentriert sich – ein Flugzeug nach dem anderen – wobei er sich im Kopf immer schon vorstellt, wohin sich die Position des zweiten und dritten Fliegers hinverändert, während er mit dem ersten beschäftigt ist.
Er muss ständig bereit sein für Unerwartetes.  Ja, es kommt durchaus vor, dass Piloten Ihre Position als „Südwest“ angeben und dann aber von „Nordost“ reinkommen. Auf kleineren Flughäfen ohne Radar überprüft der Pilot daher die Positionen schon mal mit dem Feldstecher.
Es gehört zu seinem Job, also ist es für ihn normal, dass er auch mit brenzligen Situationen fertig werden muss, so z. B.  wenn der Pilot, der den Befehl: „Cessna eight three evenm you’re cleared to land one seven“ zwar bestätigt hat, dann trotzdem statt auf one-seven, also Landebahn 17, auf one-three, also Landebahn 13 landet!
Der Fluglotse muss viel im Kopf haben, doch auch genauso schnell ganz viel wieder aus dem Kopf tun können, denn sobald die Flugzeuge sicher am Boden sind, muss er sich voll und ganz  auf die anfliegenden Maschinen konzentrieren.
Der Fluglotse muss seinen stressigen Job hinter sich lassen; er muss entspannen können. Sonst wird er vorzeitig zusammenbrechen oder begeht einen fatalen Fehler.

Okay, jetzt schlüpfen wir in die Fluglotsen-Schuhe und schauen unsere Aufgabenliste von vorhin noch mal an:

Der tägliche Stress an der Berufsfront ist gegeben???
Ja, er ist nicht zu leugnen, doch was TUN wir? Wir könnten uns innerlich von Zeit zu Zeit lösen, rausspringen aus der Situation, oder sie mit (Galgen)-Humor nehmen.  Permanenter Stress schafft Muskelverspannungen, es ist also kein Wunder wenn wir uns am Feierabend ausgelaut und kaputt fühlen. Wie wäre es, wenn wir tagsüber wenigstens ab und zu die angespannten Stirnmuskeln bewusst entspannen oder die Schultern ein paar Mal bewusst fallenlassen? Oder uns auf dem Computerstuhl mal wieder richtig langstrecken? (Ich mach’s mal gerade – machen Sie mit?)

Das  Familienfest:  Am besten die eigene Rolle für die Organisation fest bestimmen. Ich verpflichte mich…. X zu tun. Dafür halte ich mich bei …Y raus, das kann Z ohnehin besser.  Warum  das nicht per Telefonkonferenz festzurren? Dreierkonferenzen  sind schon bei einem Standard-Festnetzanschluss kein Luxus. Das spart Nacheinander-Gespräche und endlose Rückfragen. Nur  einmal herausfinden und üben, wie das geht (und dann bitte die Kurzanleitung als Gedächnisstütze fürs nächste mal auf einen Zettel unters Telefon legen, dann kann man die Erinnerung guten Gewissens loslassen...)

Das Auto – dazu ist nichts zu sagen, das regelt sich von alleine – so oder so! (Ich habe mal einen Motor ruiniert, weil ich auf die Alarmzeichen – es war ein Materialfehler am Ventilteller , der leider nicht mehr unter die Garantie fiel, - nicht rechtzeitig reagiert hatte ; ich hatte ja keine Zeit! Hinterher musste ich noch mehr Zeit und vor allem viel Geld aufwenden – Lehrgeld!)

Die Vereinssitzung : Da muss jeder selbst abwägen, ob man mehr Arbeit hinterher hat, wenn Entscheidungen in die falsche Richtung laufen, oder ob man auch mal 5 gerade sein lassen kann. Und wie wär’s denn wenn man  - natürlich ausnahmsweise – mit später hingehen (z. B. nach TOP 1 und 2)?

Juniors Bescheinigung:
Statt ewig in Hotlines zu hängen, lieber gleich eine E-Mail-Adresse der zuständigen Organisation gegoogelt und per E-Mail oder Online-Kontaktformular die Bescheinigung angefordert. Was, da wird nichts angeboten? Nicht aufregen! Kopf schütteln, abhaken und weiter!  Schreib ich halt einen kurzen Dreizeiler-Brief. Mit freundlichen Grüßen. Grins! (Vorlage für alle Arten von Behördenbriefen existiert ja. Was, existiert nicht? Dann wird dieser Brief aber sofort die Vorlage für alle nächsten!).  Ausdrucken und faxen. Und so man kein Faxgerät hat, dann eben ab in die Post – bei den üblichen Bearbeitungszeiten kommt es auf 1-2 Tage Postweg nicht an!
Was, keine Briefmarke? Statt jetzt ewig rauszufinden, wie Stamp-it funktioniert (das wäre eine Option für die Zukunft), diese Aufgabe delegieren - an Junior natürlich: Er soll ihn während der Postöffnungszeiten direkt aufiefern, und bei der Gelegenheit gleich Briefmarken für Briefe und Postkarten zu holen und auch ein paar Zehner, dann kann man die 45er zu 55ern aufrüsten, falls die 55er als erste wieder ausgegangen sind.

Krankes Haustier:  Ggf. krankheitsbedingte Hinterlassenschaften wegmachen, doch statt jetzt ewig Symptome zu googeln und sich dabei  vollends in den emotionalen Abgrund zu manövrieren (ja, ich spreche aus Erfahrung!), entweder jemanden beauftragen, der morgen mit ihm oder ihr zum Tierarzt geht oder es selbst machen (und im Wartezimmer versuchen, am Vortrag weiterzuarbeiten, entweder Texte aus der Stoffsammlung lesen oder  Notizen zur Gliederung machen und Brainstorming-Ideen festhalten)
Der Vortrag: Inzwischen ist es halb elf. Eigentlich wieder zu spät, um mit dem Vortrag anzufangen. Das Bett ruft (mich jedenfalls um diese Zeit). Doch wenn man sich verspricht, wenigstens 20 Minuten noch dranzuhängen, wird man feststellen, dass man wieder in Schwung kommt und es werden 40 oder 60 draus und man geht danach so richtig zufrieden ins Bett und schläft auch garantiert wohlig ein…

 


© Martina Roters ist Direktmarketing-Texterin, Mitglied im profitexter.net(t) Sie ist Autorin des E-Books "So schaffst du alles - Weiterbildung neben Job und Familie" und betreibt die gleichnamige Webseite. Besuchen Sie www.soschaffstdualles.de, um Tipps und Ratschläge zu bekommen, wie man sich die zahlreichen Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Weiterbildungsziel aus dem Weg räumt und gleichzeitig sein Familienglück bewahrt. Über Twitter gibt sie Lern- und Motivationstipps.
Twitter-Eisvogel Martina Roters                                                                       http://www.twitter.com/Lernhelferin Twitter-Vogel 

 

 
Willkommen.
 
Die Zukunft ist voller Geheimnis und lässt uns Großes hoffen. Doch gute Vorsätze...

 
 
 
 

 
Mit der Such-Funktion können Sie diesen Webauftritt nach Unterseiten mit bestimmten Wörtern durchsuchen. 
  

"soschaffstdualles.de"


Meine Empfehlung: 

Nobody is perfect! Daher hat mich dieser Kurs begeistert: Am besten gleich mal angucken: